Die Geschichte der Bäder zu Baden

Auszug: Vorbemerkung

Der berühmte Basler Arzt Heinrich Pantaleon (1573) sagt in seiner Schrift «Beschreibung der uralten Stadt und Grafschaft Baden, mit ihren heilsamen Wildbedern»: «Diese Bäder zu Baden sind die ältesten hochdeutscher Nation und lange vor Christi Geburt erfunden und erbauen worden. Wenn man von der Bäder Thor den Rain hinabkommt, begegnen die wunderbaren Wasserquellen, welche in sieben Aufstoßen vorhanden, die auf 45 große und offene oder geschlossene Badebassins verteilt werden.»

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Auszug: Die Zeit der römischen Herrschaft

Neben Vindonissa war Baden Hauptort der römischen Niederlassung. Wie schon bemerkt, weisen zahlreiche Überreste und Funde auf eine Blüte zeit für die Bäder hin, welche wohl die ältesten sind, da ältere Überlieferungen für süddeutsche Bäder nicht bestehen; sie wurden denn auch Jahrhunderte lang viel besucht. Nach Funden bei Ausgrabungen im Gebiete der damaligen Bäder waren diese auch mit einigem Luxus versehen, den man sich später nicht mehr leistete, weil mehr und mehr auf die wissenschaftlich begründete Heilkraft, als einzig auf den bis über das Mittelalter hinaus andauernden Aberglauben und die Wunderwirkungen von angebeteten Heiligen abgestellt wurde.

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Auszug: Die habsburgische Herrschaft

Die Thermalquellenverhältnisse waren zu jener Zeit wie folgt geordnet: Vor dem Durchgang zwischen «Sonne» und «Halbmond» befand sich wie heute noch der «Wälderhut», bestehend aus drei Quellergüssen. An zweien davon waren «Sonne» und der «Bären» hälftig beteiligt, der dritte etwas weiter nördlich gehörte allein zur «Sonne». Erstere zwei sind bei einer späteren Neufassung in einem Schacht vereinigt mit Verteilkanälen. Die dritte Quelle bleibt unbenützt im Eigentum der «Verenahof» A.-G.

Der hälftige Anteil des «Bären» floß durch den Stall der «Sonne», welcher an den «Bären» Anstößer war. Daraus entstand denn auch später Streit darüber, daß der Sonnenwirt Vieh und Schweine halte in einem Stall, durch den das Wasser von 1/2 Wälderhut floß, wodurch dieses getrübt werde. Die Stadtbehörde hat den Streit zu Gunsten des «Bären» entschieden.

 

 

 

Auszug: Einige Reminiszenzen aus dem früheren Badebetriebe

Nach den Ueberlieferungen scheint der Besuch der Bäder nicht nur von Kranken und Erholungsbedürftigen ausgeführt worden zu sein, aber auch, und vielleicht noch mehr, von Extremlebendigen, d. h. von Leuten, welche in der Arbeit oder Kriegshandwerk Extremes leisteten, dann aber auch ebensosehr in der Erholungs- und Mußezeit.

Als Beispiel der letzteren Kategorie würde Hans Waldmann erscheinen, selbst wenn wir von dem einen Abstrich machen, was Heinrich Bulinger, gewesener Pfarrer zum Großen Münster in «Von dem Großen Auß Lauff Ae. 1489» schreibt: (Buch Bart$. Fricker, S. 429, Sauerländer u. Co., Aarau 1880.) Nach Mahnung seiner Freunde, dass Neid und Hass sich bei seiner Abwesenheit breit machen würden, hätte doch, Waldmann bloß geantwortet: «lassen sie machen, denn es ist ein alter bruch, wann die Katz aus dem Hauss so tanzen die Meuss, aber ich will sie wohl finden». In Summa, «es mußte badet sein, und folgte ihm viel Volk nach. ... darumb er auf unser frauwentag in der Fasten (25. März) mit 15 Pferden wider von Baden gen Zürich kam, und wie er daheim kommen, befund er die Sach bösser als zuvor...»

 

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Quellangabe

Auzüge aus dem Buch "Die Thermen von Baden" und die Mineral und Heilquellen der Schweiz" von Dr. phil. G. Lüscher.

Erschienen 1946 Buchdruckerei Neue Aargauer Zeitung, Aarau.

 

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